In der Lachen

In der Lachen, Dietikon

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2018, 1. Preis
Ausführung: 2018 –
Nutzungen: 73 genossenschaftliche Wohnungen, Doppelkindergarten

Die Siedlung „In der Lachen“ in Dietikon ist Bestandteil eines kleinmassstäblichen Bebauungsmusters aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. Für den Ersatzneubau soll eine neue Dichte mit mehr als doppelt so viel Ausnützung erreicht werden. Aufgrund dieser massiven Mehrausnützung stellt sich für den Städtebau die Frage nach der massstäblichen Verträglichkeit. Das Projekt sieht drei an die Grundstücksränder gerückte Gebäudegruppen vor. Nach aussen schaffen die strassenbegleitenden Fassaden verbindlich gefasste Strassen- und Quartierräume. Hofseitig faltet sich die Fassadenabwicklung so auf, dass innerhalb des zusammenhängenden Hofraums gefasste Raumnischen entstehen, deren Geometrien den Wohnungen vielfältige Aus- und Durchblicke ermöglichen. Jede Gebäudegruppe besteht aus zwei oder drei Häusern, die in den Obergeschossen über zweiseitig offene Loggien miteinander verbunden sind. Strassenseitig schafft diese Gliederung eine Porosität und Massstäblichkeit, die der Morphologie des Quartiers entspricht.
Die Zugänge zum Hof sind gleichzeitig Hauszugänge und jeweils unter den schmalen Verbindungsstücken zwischen den Häusern angeordnet. Die Zusammenlegung der Haus- und Hofzugänge schafft Orte für hausübergreifende Gemeinschaft und Schwellenbereiche für den der Genossenschaft vorbehaltenen gemeinschaftlichen Aussenraum. Durch diese Zusammenfassung unter einem gedeckten Aussenraum und die zusätzliche Anreicherung durch Briefkästen, Veloabstellplätze und Veloräume werden dort für das Entstehen einer Siedlungsgemeinschaft wichtige Begegnungsorte erzeugt.
Für die Wohnungen wurde aus dem Wunsch nach „Budgetwohnungen“ eine Typologie mit zentralem Essraum entwickelt, zu dem über doppelflüglige Türen bei Bedarf ein Wohnraum dazugeschaltet werden kann.

Birmensdorferstrasse

Ersatzneubau Birmensdorferstrasse, Zürich

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2018, 1. Preis
Ausführung: 2018 – 2021
Nutzungen: Verkaufsladen, Gemeinschaftssaal, Büro und Wohnen

Die Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts sah für das Gebiet unmittelbar um den Planungsperimeter nie eine homogene Bebauungsstruktur vor:. Die Freyastrasse ist bis zum heutigen Tag von Blockrandfragmenten gesäumt, die Gartenhofstrasse war bis Ende der 60er-Jahre durchgängig von Einzelhäusern mit Gärten begleitet, während sich im Inneren des Blocks teils freistehende, teils angebaute Gewerbebauten befinden. Der vorliegende Vorschlag stellt in Bezug auf die volumetrische Setzung ein Konglomerat aus den letzten beiden Gebäudekategorien dar: Strassenseitig befindet sich ein höherer freistehender Hauptbau, hofseitig ist ein zweigeschossiger Anbau vorgesehen, der wiederum den Massstab des ostseitigen niedrigen Nachbarbaus übernimmt und dem nördlich angrenzenden Bürobau Südlicht lässt. Auch im Fassadenausdruck soll das Gebäude als selbstverständlicher Teil der Stadt in diese zurücksinken. Öffnungsart und Materialisierung der Fassaden beziehen sich auf die unmittelbaren Nachbarbauten.
Prägendes Element der innenräumlichen Struktur ist ein Splitlevel-System, das den beiden öffentlichsten Nutzungsbereichen jeweils eine angemessene Mehrhöhe gibt: Den strassenzugewandten Räumen im Erdgeschoss sowie dem Saal im 1. Obergeschoss.

Kälin

Kälin Areal, Winterthur

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2017, 1. Preis
Ausführung: 2018 –
Nutzungen: Wohnungen, Kindergarten

Durch eine klare Bebauungsstruktur schafft der Gestaltungsplan auf dem Grundstück der ehemaligen Schreinerei Kälin eine arealumspannende und identitätsstiftende Homogenität. Die einzigartige Position, Höhe und Orientierung der Gebäude je nach Baufeld ist indessen auf Vielfalt angelegt. Mit dem vorliegenden Projekt wird diese Lesart konsequent ausformuliert: Die drei vorgeschlagenen Neubauten verfügen aufgrund der Spezifika ihrer Position und Ausrichtung innerhalb des Areals über eigene Charaktere, die sich in jeweils einzigartigen Gebäudeformen, Wohnungstypen, privaten Aussenräumen und Fassadengliederungen manifestieren. Bei aller äusserer Differenz sind die neuen Gebäude durch eine innere Verwandtschaft verbunden: Sie verfügen jeweils über eine starke strukturelle Identität, welche sich auf Ihren Fassaden manifestiert und einen direkten Bezug zu den Bestandesbauten wie zu den Gebäuden von Pool Architekten herstellt. Innen wie aussen sind die Gebäude atmosphärisch von den Eigenschaften der verwendeten Materialien geprägt und lassen die industrielle Vergangenheit des Kälin-Areals anklingen.

Kurvenstrasse

Ersatzneubau Kurvenstrasse, Zürich

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2017, 1. Preis
Arbeitsgemeinschaft mit helsinkizurich
Ausführung: 2018 –
Nutzungen: Gemeinschaftssaal, Wohnungen

Der bestehende Sakralbau an der Kurvenstrasse nutzt die dreieckige Parzelle des ehemaligen Gartens für eine eindrückliche dynamische Gebäudeform, welche die Zweckbestimmung als Kirchenschiff fast in einem wörtlichen Sinne interpretiert. So prägnant und klar der Baukörper nach Norden zum Altarbereich hin kulminiert, so diffus gestaltet sich dessen Verhältnis zum angrenzenden, zu ersetzenden älteren Bau. Das vorliegende Projekt entspringt dem Wunsch, die Teile des Ensembles in ein klareres Verhältnis zueinander zu setzen und dem expressiven Sakralbau deutlicher den Hauptauftritt zu überlassen, indem sich der profane Neubau etwas zurücknimmt. Der Neubau weist dementsprechend eine geometrisch einfache Kubatur auf und ist vom Kirchenschiff abgerückt. Zwischen den beiden Teilen des Ensembles entsteht dadurch – gewissermassen als gebaute Fuge – ein niedriger Zwischenbau mit einem neuen zentralen Eingangsfoyer.
Die Anordnung der Fassadenöffnungen verleiht dem einfachen Volumen des Neubaus zu den beiden Strassen hin unterschiedliche Gesichter. Talseitig ergibt sich damit eine etwas stattlichere Kirchenseite, hangseitig dagegen eine etwas bescheidenere Wohnhausseite.

Manegg

Neubau Schulhaus Manegg, Zürich

Wettbewerb: offen, 2016

Der Schulneubau etabliert – ganz im Sinne des Gestaltungsplans – über die gesamte Parzellenlänge hinweg eine durchgehende Gebäudeflucht, um die Strasse räumlich zu fassen. Dennoch wird ebenerdig der Strassenraum im nördlichen Bereich nach Osten hin geöffnet, indem dieser in Form eines öffentlich nutzbaren, gedeckten Sportplatzes in das offen und filigran ausformulierte Gebäude hineinfliesst.
Das beheizte Volumen ist kompakt gehalten und weist gemessen an der Energiebezugsfläche eine geringe Abwicklung des Dämmperimeters auf. Ein feines, ungedämmtes Fassadengerüst umhüllt darüber hinaus jedoch auch die erwünschten Aussenräume und erweitert damit die Gebäudehülle zugunsten zusätzlicher Flächen für die geforderte PV-Anlage.
Daraus resultiert die für die Schule identitätsstiftende Idee eines lichten, hallenartigen und bepflanzten Aussenraums als Pausenfläche, eines ebenerdigen, für die Schule und die Öffentlichkeit nutzbaren, gedeckten Aussenraums und die Vorstellung einer Fassade, deren filigraner Charakter wesentlich durch Photovoltaikelemente geprägt wird und die hohen energetischen Ziele von Green City zum Ausdruck bringt.

Suurstoffi

Wohnhochaus, Suurstoffi-Areal, Rotkreuz

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2015, 1. Preis
Ausführung: 2016- 2018
Nutzungen: Wohnen, Büro, Gastro, Gewerbe
Bauherrschaft: Zug Estates AG
Gebäudevolumen: 72’900 m3

Das Gebäude auf dem Baufeld C wird innerhalb des Gesamtareals eine herausragende Stellung einnehmen, nicht nur in Bezug auf die Höhe, sondern insbesondere auch aufgrund der Einzigartigkeit seiner Lage. An der Schnittstelle zwischen den Teilgebieten gelegen, setzt es sich angesichts seiner Grösse von der kleinmasstäblichen Wohnbebauung im Westen ab, unterscheidet sich aufgrund seiner isolierten Lage im Inneren des Areals aber auch von der dichten Gebäudekruste, welche den östlich des Turms gelegenen Parkraum einrahmt.  Das Gebäude ist in seiner plastischen Wirkung eigenständig, womit es gewissermassen als Leuchtturm des Areals fungiert, knüpft dank der Gliederung in zwei Turmhälften aber gleichzeitig an die Höhenstaffelungen der Gebäude am Rand des Areals an und bildet gewissermassen deren zentripetalen Kulminationspunk. Die doppelköpfige Grundrissfigur übernimmt gleichzeitig aber auch die Geometrien seiner Nachbarn und schafft damit präzise definierte Aussenräume.
Das prägendste Element der Wohnungen besteht im Angebot einer teilweise 6m hohen Loggia, sowie eines eingeschossigen Wintergartens. Dem Wunsch nach kammerartigen und fliessenden Wohnungstypen wird bei der Mehrheit der Wohnungen mit einem flexiblen Wohnungstyp entsprochen, der durch das Hinzufügen oder Weglassen nicht tragender Wände im Sinne von Ausbauvarianten an die individuellen Wünsche der Bewohner angepasst werden kann.

Lindenareal

Wettbewerb Lindenareal, Steckborn

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2015, 1. Preis
Ausführung: 2015- 2018
Nutzungen: 41 Alters- und Familienwohnungen, Gewerbe
Bauherrschaft: Wohnbaugenossenschaft Linde, Steckborn
Gebäudevolumen: 36’500 m3

Mit der Entwicklung des Lindenareals hin zu einer gemischten Nutzung mit Wohnungen, Amtsstellen und Dienstleitungsbetrieben knüpft das Areal nutzungsmässig erstmals direkt an die Kernzone an. Das vorliegende Projekt nimmt diese Umwidmung zum Anlass, eine deutlich städtischere Bebauungsstruktur vorzuschlagen: Vier Gebäudekörper bilden nach aussen hin gerade Kanten und werden direkt an den Rand der Bebauungsparzelle gesetzt. Damit knüpfen sie direkt an das Motiv der Altstadthäuserreihen an, die weitgehend ohne Vermittlung aussenräumlicher Vorzonen den Strassenraum säumen und deren Eingänge entsprechend direkt am Trottoir liegen. Diesem Bild entspricht auch die Gliederung der Strassenfassaden, deren Höhenstaffelungen und abschnittsbildende Fensteranord- nungen die Länge der Gebäudekörper bricht und an die kleinteilige Bebauungsstruktur von Altstadthäusern erinnert.
Die erhöhte geometrische Abwicklung der Gebäude zum Hof erzeugt eine Vielfalt von Ausblicken aus den Wohnungen und sorgt dafür, dass zwei Drittel aller Wohnungen trotz vier Dreispänner-Typen dreiseitig orientiert sind und mit Ausnahme einiger 3.5-Zimmer-Wohnungen über Bäder mit Tageslicht verfügt.

Schwamendinger Dreieck

Schwamendinger Dreieck, Baufeld A, Zürich

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2014, 2. Preis
Nutzungen: 238 Alters- und Familienwohnungen, Gewerbe
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Glattal Zürich
Gebäudevolumen: 155’400 m3

Für beide Bauetappen werden jeweils vier Gebäuderiegel vorgesehen, die einen gemeinsamen Aussenraum bilden. Der in diesem Kontext neue Typus des Wohnhofs kompensiert die infolge der Nachverdichtung zunehmenden Gebäudehöhen mit einer horizontalen Ausdehnung des Aussenraums, was den Bewohnern weite Ausblicke ermöglicht und selbst den Wohnungen in den unteren Etagen einen unverbauten Bezug zu Himmel und Licht gewährt, womit wiederum eine vorhandene Qualität des Steinerplans bewahrt werden kann. Im Gegensatz zu Wohnhöfen in einem innerstädtischen Umfeld werden diese hier durch lose gesetzte Konstellationen aus Zeilen gebildet, welche den Aussenraum über offene Ecken durchfliessen lassen und zu den angrenzenden Bebauungen vermitteln. So neu die Qualität solch grosser Siedlungsräume im vorhandenen Umfeld sein mag, erscheinen die Gebäudekonstellationen von den Strassen- und Wegräumen her betrachtet wiederum als steinertypische Abfolgen von Längs- und Querbauten mit diagonalen Blickbezügen in dahinterliegende Siedlungsschichten, die den Eindruck von Offenheit und Weite vermitteln. Die Wohnungen zeichnen sich grösstenteils durch eine mittig angeordnete möblierbare Wohndiele aus, die typologisch an die Genossenschaftswohnungen des Bestandes anknüpft.

Zwicky Areal

Wohnhochaus, Zwicky-Areal, Wallisellen

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2014, 1. Preis
Ausführung: 2014– 2018
Nutzungen: Wohnen, Hotel, Gewerbe
Bauherrschaft: Halter AG
Gebäudevolumen: 83’700 m3

Das Zusammenspiel aus Parzellenform, Lärmanforderungen, Sonnenexposition, maximal erlaubter Gebäudehöhe und erwünschter Ausnützung legt zunächst einen der nördlichen Parzellengrenze folgenden, eher liegenden, langen Gebäudekörper nahe. Diese Grunddisposition wird mittels zweier plastischer Modulationen in Bezug auf die oben erwähnten Anforderungen optimiert: Eine getreppte Gliederung der Südseite erhöht die Fassadenabwicklung, womit die Anzahl in Bezug auf Sonne und Lärm gut orientierter Zimmer erhöht wird. In einem weiteren Schritt wird die Gebäudemasse an drei Stellen durchbrochen und die dadurch entstehenden vier Türme mit durchlässigen Wohnungsterrassen verbunden.
Der dadurch geschaffene Gebäudekörper ist nicht nur eine idealtypische Antwort auf die komplexen baurechtlichen Anforderungen, sondern schafft darüber hinaus städtebauliche Qualitäten. Die beschriebenen volumetrischen Anpassungen verwandeln den Gebäudekomplex in vier gesondert wahrnehmbare, schlanke Türme, welche trotz der für ein Hochhaus bescheidenen Höhe von 48 Metern für eine Vertikalisierung und damit für die gewünschte städtebauliche Akzentuierung sorgen.

Opfikon

Schulanlage Glattpark, Opfikon

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2012, 1. Preis
Nutzungen: Primarschule, Kindergarten, Aula, Doppelmehrzweckhalle
Bauherrschaft: Gemeinde Opfikon
Gebäudevolumen: 52’100 m3

Die zentrale Erschliessungsachse in Glattpark bildet der Boulevard Lilienthal. Das neue Schulgebäude springt gegenüber diesem zurück, wodurch ein Eingangsplatz gebildet und die Besonderheit dieses einzigen öffentlichen Gebäudes in Glattpark unterstrichen wird. Der rückwärtige Gebäudeteil ist hingegen von höhenmodulierten, niedrigen Anlageteilen geprägt. Die über diese Massengliederung herausgestellten Gebäudekörper des Kindergartens und des ummauerten Aussenspielfelds auf dem Turnhallendach sorgen für eine Anbindung der Gesamtanlage an die Morphologie der rückwärtigen aufgelockerten Gebäudereihen. Die Pausenflächen sind auf zwei verschiedenen Ebenen angeordnet und in vielfältige Angebote aufgeteilt. Die Primarschule wird über das zentrale Eingangsfoyer am Eingangsplatz erschlossen. Das Foyer ist räumlich so angelegt, dass sich der Eintretende über Sicht- und Raumbeziehungen zu den verschiedenen Nutzungen schnell orientieren kann. Die Klassenzimmer, die im 2. und 3. Obergeschoss konzentriert sind, können unter Einbeziehung abtrennbarer Erschliessungsbereiche in «Lernlandschaften» verwandelt werden. Jeweils drei Klassenzimmer können dafür zu Clustern zusammengeschlossen werden. Alternativ ermöglichen die zusammenschaltbaren Gruppenräume auch zusätzliche Lernszenarien.

Altdorf

Schulanlage Hagen, Altdorf

Wettbewerb: offen, 2011, 6. Rang
Nutzung: Dreifachturnhalle mit Aula
Bauherrschaft: Gemeinde Altdorf
Gebäudevolumen: 25’050 m3

Die bestehende Schulanlage knüpft einerseits nahtlos an die angrenzenden Wohnbaustrukturen an, weist innerhalb dieser Strukturen aber durchaus eigene Gesetzmässigkeiten auf. Die Bauten sind an ihren kurzen Gebäudeseiten, wo auch jeweils die Eingänge zu finden sind, clusterartig aneinandergereiht, wodurch ihre Längsseiten, an denen die Schulräume liegen, freigespielt werden.Auch das neue Aula- und Hallengebäude wird nicht als freistehender Solitär sondern als integraler Teil der bestehenden Anlage entwickelt. Das Raumprogramm wird auf zwei übereck verbundene Gebäudekörper verteilt, die über ihre Dachform und ihre unterschiedlichen Ausrichtungen mit der Schulanlage und der restlichen Umgebung verschmelzen.

 

Hardturm

Areal Hardturm, Wohnungsbau

Wettbewerb: offen, 2012, 2. Rang
Nutzungen: 162 Familien- und Kleinwohnungen, Doppelkindergarten
Bauherrschaft: Stadt Zürich
Gebäudevolumen: 83’400 m3

Eines der Hauptmerkmale des wachsenden Stadteils Zürich-West ist seine heterogene Morphologie, die sowohl sperrige Grossbauten, als auch inselartige, homogene Industrieareale enthält. Das neue Wohngebäude kann allein schon wegen des vorgegebenen, grossen südöstlichen Abstands zu seinem zukünftigen Gebäudenachbarn nicht den östlichen Hofstrukturen des Hardturmparks zugeordnet werden, sondern bildet mit dem benachbarten neuen Stadion und dem gegenüberliegenden Wohnungsbau der A-Porta-Stiftung eine Gebäudegruppe. Der Zusammenhalt dieser drei an sich volumetrisch sehr unterschiedlichen Gebäude wird im vorliegenden Projekt durch die Abrundung der Gebäudecken gestärkt. Um für jede Wohnung inklusive der Eckwohnungen ein Maximum an Aussichts- und Belichtungsqualität zu ermöglichen und die Lärmvorgaben für jede Wohnung einzuhalten, wurde eine radial umlaufende Grundrissstruktur entwickelt, die aus zwei unabhängigen geometrischen Systemen besteht. Während zur Aussenseite hin die Zimmer- und Treppenhauswände jeweils rechtwinklig zur Fassade stehen, laufen die Wandachsen im Innenhof radial auf einen Mittelpunkt zu. Dadurch erhält jeder am Hof angrenzende Raum ein Maximum an Aussicht und Belichtung.  Innenräumlich treffen äussere und innere Geometrie in den durchlaufenden Wohn- und Essräumen aufeinander und schaffen spannungsvolle Raumfolgen, die jeweils über direkt daran angrenzende Zimmer und Loggien räumlich erweitert werden.

Bruennen

Wohnüberbauung Bern Brünnen, Baufeld 2

Wettbewerb: offen, 2010, 3. Rang
Nutzung: 56 Wohnungen
Bauherrschaft:  Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz
Gebäudevolumen: 28’200 m3

Für das Baufeld 2 wird in Brünnen eine Hoftypologie vorgeschlagen, die den äusseren, öffentlichen Aussenraum vom halbprivaten, inneren Hofraum räumlich klar abgrenzt. Trotz der räumlich klaren Trennung zwischen innen und aussen soll keine abgeschlossene Hofwelt entstehen, sondern vielmehr soll ein lebendiger Austausch zwischen der neuen Überbauung und dem Rest des Quartiers ermöglicht werden. Dafür wird an den Stellen, wo in den Obergeschossen die Loggien der grossen Wohnungen angeordnet sind, der Hof nach aussen auf allen Ebenen räumlich durchlässig gestaltet, wodurch an diesen Stellen auch zusätzliches Tageslicht nach innen dringen kann. Im Erdgeschoss liegen dort auf allen siedlungszugewandten Seiten Zugänge, die den Hof mit dem Rest des Quartiers vernetzen, wodurch die Grundlage für ein lebendiges Quartierleben entsteht.
Gegen innen entsteht durch die gewählten Wohnungstypologien eine mäandrierende, rautenförmige Hoffigur, die eine «weiche» Gegenwelt zur den klar geschnittenen Stadträumen von Brünnen etabliert.

Zug

Stadtgarten Zug

ARGE mit planetage Landschaftsarchitekten
Wettbewerb: offen, 2010, 1. Rang
Ausführung: 2012- 2013
Nutzung: Parkanlage
Bauherrschaft: Baudirektion Kanton Zug und Baudepartement Stadt Zug

Aus dem ehemaligen Kasernenareal wird neu ein Stadtgarten für Zug. Die topografischen räumlichen Gegebenheiten bringen eine Gliederung des Stadtgartens in drei Teile mit unterschiedlichen Atmosphären: Das Hangband im Bewegungsfluss mit den direkten Verbindungen zur Stadt wird zum durchgrünten Stadtgarten mit Wegen und Nischen. Die Hangkante wird zum Konzentrat an Aufenthaltsmöglichkeiten mit Terrasse, Dach und langen Bänken. Die offene Ebene mit dem Wassergarten bringt Weite und Grosszügigkeit in den Stadtgarten und ist durch die Nutzer weitgehend frei bespielbar. Das bestehende Bauwerk der Tiefgarage tritt neu als eigenständiges «Implantat» zu Tage, welches sich sichtbar in die neue Umgebungsgestaltung integriert und mit der neuen «Dachterrasse» direkt an den Zeughausplatz anschliesst. Die Dachlinie der Tiefgarage sowie die bisher verdeckten Mauern werden freigelegt und mit einer vorgehängten Lamellenstruktur versehen. Wie eingerückt in den Hang bildet die neue Struktur eine markante und gleichzeitig transparente Kante zwischen der oberen und unteren Ebene.
Neben der Kante wird auch die Liftüberfahrt der Tiefgarage neu interpretiert. Neben ihrer bestehenden Funktion dient das Volumen neu als statischer Fuss des überdachten Aussenbereichs. Entsprechend seiner zentralen Lage öffnet sich das Dach gegen alle Seiten und schafft durch seine asymmetrische Disposition über der Tiefgarageneinfahrt einen grösseren Bereich, der für Konzerte, Lesungen oder als Bühne des neuen Stadtgartens dienen kann.

Bonstetten

Überbauung «Mauritiuspark», Bonstetten

Wettbewerb: selektives Verfahren, 2010, 1. Preis
Ausführung: 2014- 2016
Nutzungen: 45 Alters- und Familienwohnungen, Kirche
Bauherrschaft: Bonainvest Solothurn
Gebäudevolumen: 39’000 m3

Die Umgebung des Planungsperimeters ist geprägt durch variierende Siedlungsmuster und heterogene Aussenräume. Die vorgeschlagene Gesamtanlage wird zur Hauptstrasse hin aus der Kirche und im ruhigeren Bereich des Grundstücks aus zwei Wohngebäuden mit Alterswohnungen gebildet. Sie folgt in ihrer äusseren Geometrie den Strassenverläufen sowie dem Friedgraben und bildet dadurch nach aussen hin eine klare räumliche Grenze. Die so geschaffene klare Aussenform entwickelt gegenüber den heterogenen Bebauungen der Umgebung eine ruhige und selbstbewusste Präsenz.
Schräg vis-à-vis des Bahnhofs wird ein Platz gebildet, der zusammen mit dem offenen Haupteingang der Kirche und dem Glockenturm eine öffentliche Ausstrahlung und einen aussenräumlichen Auftakt für die Kirchgänger schafft. Von hier aus entwickelt sich eine für den Besuch von Gottesdiensten bedeutsame Raumfolge vom gedeckten Eingangsbereich aus über das Eingangsfoyer bis zum Altarbereich entlang der freien Geometrie der Hofabwicklung. Das Tragwerk des Kirchenraumes wird durch feine, die Vertikale betonende Wandstützen gebildet, welche – in Analogie zu pflanzlichen Strukturen – durch das Strebewerk der Dachkonstruktion bekrönt werden.

Ebelstrasse

Aufstockung Altersheim Doldertal mit Bestandssanierung, Zürich

Wettbewerb: 2009, Planerwahlverfahren, 1. Rang
Ausführung: 2009–2010
Nutzung: Aufenthaltsraum für Demenzkranke

Das Altersheim Doldertal verdankt seine Qualität einem alten, steinernen Hauptbau, der als massiver Gebäudeblock in der bewegten Topographie des Bachtobels steht. Dagegen wirkt ein aus den sechziger Jahren stammender, verputzter Anbau in seiner Erscheinung und in seinem Verhältnis zum Hauptbau unklar. Mit der Aufstockung auf dem Annexbau wird nun das Verhältnis zwischen Haupt- und Anbau geklärt. Durch die Grundrissgeometrie des neuen Aufenthaltsraums kann die Berührungsfläche zum Hauptbau minimiert werden, wodurch die Charakteristik der Nordfassade von aussen sichtbar und das kräftige Volumen des Altbaus weitgehend freigestellt bleibt.
Sowohl die geschlossenen Fassadenflächen des neuen Aufbaus, als auch des darunterliegenden Annexbaus werden mittels unterschiedlich grober Putzsorten horizontal gegliedert und so zu einem Haus zusammengefasst. Im Innern entsteht ein Raum, der sich auf vier Seiten zum Aussenraum hin öffnet und dadurch ein intensives Erlebnis des umgebenden Grünraums ermöglicht. Die Grundrissform erzeugt einen einheitlichen, vielseitig möblierbaren Raum, der über differenzierte Nischen und Zonen verfügt.

ETH

Studentenheim ETH Hönggerberg

Wettbewerb: offen, 2008, 2. Rang
Nutzung: 420 Studentenzimmer, verschiedene Wohnformen
Bauherrschaft: ETH Zürich
Gebäudevolumen: 39’500 m3

Die Idee eines Treppenturms als vertikaler, öffentlicher Aussenraum bildet den Ausgangspunkt für den Entwurf eines studentischen Wohnheims an der ETH Hönggerberg. Das Treppenhaus wird auf allen Geschossen zu einem aussenliegenden Begegnungs- und Aufenthaltsort aufgeweitet. Die Treppenhäuser fassen jeweils zwei nach Osten und Westen orientierte Gebäuderiegel zu zwei grossen Häusern zusammen. Diese Häuser gliedern sich durch ihre Grösse in den Massstab der umliegenden Institutsgebäude ein. Durch die Differenzierung der beiden Häuser in ihrer Länge und Höhe wird sich die Anlage in die für den Masterplan «Science City» geplante Gebäudelandschaft einfügen. Durch die Orientierung der Gebäuderiegel nach Osten und Westen werden sämtliche Räume gut belichtet, durch die Durchlässigkeit von Norden nach Süden wird bis in die Tiefe des Areals ein Bezug zur umgebenden Landschaft hergestellt. Sämtliche Gemeinschaftsräume aller Wohnungen werden zum Innenhof hin orientiert und tragen zusammen mit den jeweils angrenzenden Erschliessungs- und Aufenthaltsstegen zur öffentlichen, lebendigen Atmosphäre der Höfe bei.
Zimmer- und Schachtraster wurden so gewählt, dass auf jedem Obergeschoss eine beliebige Kombination der geforderten Wohnungstypen angeordnet werden kann.

Rossau

Werk- und Wohnhaus «zur Weid»

ARGE mit bhend.klammer Architekten
Wettbewerb: offen, 2006, 1. Rang
Ausführung: 2008- 2009
Nutzung: 30 Zimmer, Werkräume, Veranstaltungsraum
Bauherrschaft: Stadt Zürich
Gebäudevolumen: 6’108 m3

Das Werk- und Wohnhaus wird neuer Bestandteil des landwirtschaftlichen Guts «zur Weid», welches Randständigen und psychisch beeinträchtigten Personen einen geschützten Wohn- und Aufenthaltsort anbietet.
Das L-förmige Gebäude schliesst die Bebauungsstruktur nach Westen hin ab, wobei die beiden Gebäudeflügel unterschiedlich auf ihre Umgebung reagieren. Der Kopfbau steht in einer Reihe mit den dominanten Gebäuden der Anlage, die mit einer Folge platzartiger Aussenräume abwechseln. Der längliche Gebäudeflügel setzt dagegen die parallel zum Hang liegenden, sanft ondulierenden Gebäudezeilen fort und liegt, wie die Werkstatt- und Hofbauten, an einem schmalen Strassenraum. Vordächer schützen die Eingänge und schaffen gedeckte, gut nutzbare Aussenräume vor Cafeteria, Mehrzwecksaal und Freizeiträumen. Das Gebäude wirkt dadurch offen und einladend, es lädt zur gemeinsamen Nutzung der Erdgeschossräume ein.
Das Gebäude ist dreigeschossig, die öffentlichen Räume liegen im überhöhten Erdgeschoss, die privaten Zimmern in den beiden Obergeschossen. Die 15 Zimmer pro Geschoss sind jeweils zu zwei Gruppen rechts und links der Treppe zusammengefasst. Der gemeinsame Aufenthaltsbereich mit Loggia liegt in der Mitte, mit Blick hinunter auf den Eingangsplatz. Dieser wird von den zwei Gebäudeflügeln gefasst und öffnet sich zur idyllischen Landschaft.

Notkersegg

Wohnüberbauung Notkersegg, St. Gallen

Wettbewerb: offen, 2006, 3. Rang, mit unrangierter Überarbeitung
Nutzung: 80 Wohnungen, verschiedene Wohnformen, Kindergarten
Bauherrschaft: Stadt St.Gallen
Gebäudevolumen: 57’378 m3

Als Übergang zwischen der feinkörnigen Bebauungsstruktur im Gebiet Notkersegg und der östlich an den Perimeter angrenzenden landschaftlichen Idylle wird eine Gebäudekonstellation gesetzt, die zwischen der baulichen Feinkörnung und der landschaftlichen Weite vermittelt. Indem zum Wald und zur südlich anschliessenden Bebauung hin je zwei lange Gebäudekörper vorgelagert werden, fliesst der Landschaftsraum von Osten in die Tiefe der Siedlung, wodurch alle neu projektierten Wohnungen und auch die westlich angrenzenden Gebäude der bestehenden Umgebung von den landschaftlichen Qualitäten von Notkersegg profitieren können.
Durch die Treppung der äusseren Gebäudeform entstehen Wohnungen, die allesamt vierseitig orientiert sind, was einerseits von jeder Lage Blickbezüge in die Tiefe der Landschaft ermöglicht, andrerseits für jede Wohnung eine optimale Besonnung gewährleistet. Durch die Treppung der Volumen lösen sich die Bauten je nach Blickpunkt in kleinere Einzelgebäude auf. Dadurch werden massstäbliche Bezüge zur umgebenden Bebauung hergestellt.
Mittels der gewählten Tragstruktur kann eine grosse Vielfalt an Wohnungen erreicht werden, die je nach Nachfrage an jeder Lage und geschossweise unterschiedlich angeboten werden können. Die Vielfalt der Wohnungen wird durch das unterschiedliche Öffnungsverhalten der Kammern zum Wohn-Essraum hin definiert. Familienwohnungen erhalten eine grössere Anzahl abgeschlossener Schlafräume, bei Single- oder «Dink»-Haushalten, kann der Wohn- und Essraum offen erweitert werden.

Rüschlikon

Schulerweiterung, Rüschlikon

Wettbewerb: offen, 2002, 1. Preis
Ausführung: 2003– 2006
Nutzungen: Schulräume, Doppelmehrzweckhalle
Bauherrschaft: Gemeinde Rüschlikon
Gebäudevolumen: 22’500 m3

Der Gebäudekomplex ist Teil einer bestehenden Schulanlage mit Gemeindehaus, wobei das zentral liegende Primarschulhaus volumetrisch den Hauptkörper bildet. Er wird umgeben von tieferen Gebäuden, welche die Ränder der Gesamtanlage definieren und durch ihre Grösse zwischen der Massstäblichkeit des Primarschulhauses und der umgebenden Bebauung vermitteln, die von kleinmasstäblichen Wohnbauten geprägt ist. Um das neue Gebäude harmonisch in die bestehende Bebauung zu integrieren, ist die Mehrzweckhalle so in den Hang gebettet, dass ihr Volumen von aussen nicht gesamthaft in Erscheinung tritt. Nur gegen Osten entwickelt sich aus dem Gesamtvolumen ein prägnanter Gebäudekörper, in dem die Schulraumergänzungen untergebracht sind.
Durch die städtebaulichen Massnahmen entsteht auf dem Dach der Mehrzweckhalle ein Pausenplatz, auf dem als kleine Häuser in Erscheinung tretende Oblichter der Halle zusammen mit einem Baumhain einen Pausengarten bilden. Die Häuschen schaffen Sicht- und Lichtverbindungen zum unteren Hallenraum. Abends beginnen Häuschen wie Laternen zu leuchten und beleuchten den Platz auf dem Hallendach.